Biokraftstoffe sind Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren oder Heizungen die aus Biomasse, also mit landwirtschaftlichem Anbau hergestellt werden. Man unterscheidet Bioethanol und Biodiesel. Ethanol wird durch die Vergärung von stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzen wie Mais, Weizen, Kartoffeln oder Zuckerrüben hergestellt. Laut Ottokraftstoffnorm (DIN EN 228) ist die Beimischung von bis zu 5 Prozent zu herkömmlichem Ottokraftstoff möglich. Weltweiter Spitzenreiter in der Produktion von Bioethanol sind die USA, dicht gefolgt von Brasilien.

Biodiesel – auch Rapsölmethylester (RME) genannt - wird über die Veresterung aus Ölpalmen, Raps oder Soja gewonnen. Seit 2004 wird Biodiesel mit bis zu 5 Prozent herkömmlichem Diesel beigemischt.

In Deutschland wurden im Jahr 2007 ca. 53 Mio. Tonnen Kraftstoff verbraucht. 4,6 Mio. Tonnen betrug der Anteil an Biokraftstoff (7,3%) und überschreitet somit die Ziele der EU bis 2010 einen Anteil von 5,75 Prozent zu erreichen deutlich.

5 Argumente gegen Biokraftstoffe

  1. Biokraftstoffe sind nicht „Bio“!

    Die aus Biomasse hergestellten Biokraftstoffe werden nicht durch biologische Landwirtschaft produziert. Bei dem konventionellen Anbau werden energieintensive synthetische Düngemittel und Pestizide eingesetzt.

    Deshalb wird Biokraftstoff auch als Agrar- oder Agrosprit bezeichnet.

  2. Biosprit ist schädlicher als herkömmliches Benzin!

    Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie in der Fachpublikation „Atmospheric Chemistry and Physics“ stellt sich heraus, dass Biodiesel aus Raps bis zu 1,7 Mal schädlicher für das Klima sein kann wie herkömmliches Benzin. Grund ist das Düngen mit Stickstoff, dabei entsteht klimaschädigendes Lachgas (N2O), das laut Umweltbundesamt „ein sehr starkes Klimagas mit etwa 300-mal größerer Klimawirksamkeit als CO2“ ist.

  3. Biomasse-Importe gefährden Regenwälder!

    „Wegen der beschränkten Ackerflächen kann mit in Deutschland angebautem Raps maximal 5% des im Verkehrssektor benötigtem Dieselkraftstoffs ersetzt werden“, schätzt das Umweltbundesamt. Deshalb würde eine höhere Beimischungsquote zu einen stark ansteigenden Import von Biomasse aus der ganzen Welt führen. In Asien werden jetzt schon jedes Jahr durch das Anlegen von Palmölplantagen mehr als eine halbe Millionen Hektar Regenwald abgeholzt oder gerodet. Dadurch und durch die Trockenlegung von Torfmooren werden einzigartige Ökosysteme und wichtige CO2-Senken zerstört.

    Jeder Liter Biosprit senkt zwar eventuell den CO2-Ausstoß der PKW's hierzulande, treibt jedoch gleichzeitig den Treibhausgas-Ausstoß in Entwicklungs- und Schwellenländern in die Höhe.

  4. Biosprit verschärft die Wasserknappheit!

    Laut einer Studie des Internationalen Instituts für Wasserwirtschaft (IWM) werden in bestimmten Regionen so wie z.B. Indien bis zu 3500 Liter Wasser gebraucht, um genügend Zuckerrohr für einen Liter Ethanol anzubauen. Dazu kommt noch der Wasserverbrauch bei der dann folgenden Herstellung des Ethanols.

  5. Biosprit macht Hunger!

    Agrokraftstoffe stehen in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittel- und Futterproduktion. Je mehr landwirtschaftliche Anbaufläche für die Produktion von Agrokraftstoffen verwendet wird, desto weniger bleibt für die Nahrungsmittelproduktion. Dies trägt dazu bei, dass die Nahrungsmittelpreise stetig steigen. Schon jetzt leiden 850 Millionen Menschen an Hunger.

 

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Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Biokraftstoff

INKOTA-Infoblatt „Globale Landwirtschaft – Agrokraftstoffe“ http://www.inkota.de

Spiegel-Online http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,452010,00.html

http://www.biokraftstoffe.info

http://www.cropenergies.com/de/Bioethanol/

http://www.welt.de/wissenschaft/article1358570/3500_Liter_Wasser_fuer_einen_Liter_Biosprit.html